Kommentar

Ein Zeichen setzen

Viva la gramática!

Ein Kommentar von Alexander de Vivie

Überall Smileys (Bild: bit.it / photocase.com)
Smileys statt Punkten, Circonflexe statt Gedankenstrich, Herzchen statt Absätzen - in der digitalen Welt entsteht eine neue Rechtschreibung. Schriftzeichen werden mehr und mehr zur Aussage über unsere Charaktereigenschaften. Unser Redakteur Alexander sieht dem skeptisch entgegen: wer sich zu sehr in der Schrift-Autonomie verhadert, verliert das Gefühl für die deutsche Rechtschreibung. Nur wer eine verständliche Form wählt und wahrt, kann sich darauf verlassen, dass er mit Inhalten überzeugt.

Schon brav GEZahlt?

Her mit den Gebühren - Die Vorleser brauchen Motivation!

Ein Kommentar von Simon Engelkes

Mich stimmt nachdenklich, dass sich heutejournal-Sprecher Claus Kleber - das ZDF-Gesicht für Nachrichten - ein Gehalt von 600.000 Euro pro Jahr freuen darf. Gezahlt von den deutschen Gebührenzahlerinnen und Gebührenzahlern. Bundeskanzlerin Merkel hingegen, muss sich mit läppischen 261.500 Euro zufrieden geben.

Erdoğan als Vorbild für Demokratie?

Ist der türkische Ministerpräsident ein gutes Vorbild für den arabischen Frühling?

Ein Kommentar von Defne Keltek

Recep Tayip Erdoğan ist jetzt also Vorbild der Demokratie und Säkularisierung im arabischen Frühling. Zumindest präsentierte er sich am Dienstagabend während seiner Rede vor der arabischen Liga so. Nebst anderen hilfreichen Empfehlungen pries er vor allem die Trennung von Staat und Religion an, um einer Demokratie gerecht zu werden. „Macht euch keine Gedanken wegen des Laizismus“ beruhigte er seine Zuhörer. Sorgen müssen sich auch konservative Köpfe in Ägypten nicht. Denn selbst wenn Ägypten oder Libyen laizistische Staatssysteme einführten, so ist doch die Türkei das beste Beispiel dafür, wie eine konservativ-islamische Regierung vor der Nase des Westens, die Hauptprinzipien der Säkularisierung untergräbt. 

Fragen über Fragen

Über Libyen und die Doppelmoral des Westens

Ein Kommentar von Simon Engelkes

Fünf Monate ist es her, dass die deutsche Enthaltung im UN-Sicherheitsrat zum Libyen-Einsatz für ordentlich Wirbel in der Medienlandschaft gesorgt hat. Nun ruderte Außenminister Guido Westerwelle nach Druck der FDP-Spitze doch zurück und zollte den Nato-Partnern auf der Konferenz der deutschen Auslands-Botschafter in Berlin seinen Respekt für den militärischen Eingriff. „Wir sind froh, dass die Herrschaft des Gaddafi-Regimes zu Ende ist“, bekräftigte Westerwelle. „Gerade weil wir die Chancen und Risiken anders abgewogen haben, gilt unser Respekt Frankreich und unseren Verbündeten bei der Durchsetzung der Resolution 1973.“ Toll, oder? Was ein wenig parteiinternes Gezerre doch alles bewirken kann.

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